Aktuelles
06.03.2024

Flüchtlingspolitik in Malente

Flüchtlinge in der Sporthalle Ringstraße  Malente
Bei der Sitzung des Bauausschusses am 05.12.2023 wurde die Unterbringung der zu erwartenden   ca. 130 Personen in der Sporthalle und mittels zusätzlicher Container auf dem umliegenden Gelände beschlossen.
Herr Bürgermeister Godow warb für die Liegenschaft Ringstraße wegen der einfacheren, personal- und kostenreduzierenden Betreuung bei der Konzentration auf die Ringstraße. Eine zentrale Unterbringung erleichtere auch die Erreichbarkeit von Sprachschulen in Eutin, Einkaufsmöglichkeiten, ÖPNV. Mithin Effizienz im Rathaus und für die Flüchtlinge. Dies wurde dann nachfolgend gegen unsere Stimme im Ausschuss beschlossen.
Zwischenzeitlich teilte der Bürgermeister gestern im Hauptausschuss am 5.03.24 mit, dass in der Sporthalle nur Frauen mit Kindern untergebracht werden sollen und die Verwaltung sich für diese Unterkunft 2 neue Hausmeisterstellen, angesiedelt beim Bauhof, wünscht und einen Sicherheitsdienst für notwendig hält. Das sind völlig neue Kostenpositionen und ein neuer Sachverhalt. Man stelle sich die vielen Mütter und Kinder in der Turnhalle vor: ….      Dort kommt Niemand zur Ruhe, und Integration ist so nicht möglich….
Unsere Position der Fraktion:  „für Malente“:
Für uns ist es wichtig, dass analog zum „Königsteiner Schlüssel“, der derzeit die Flüchtlinge vom Bund auf das Land, auf den Kreis und die Kommune verteilt, eine gerechte Verteilung, sowohl auf die Kernort Malente, als auch die Dorfschaften in einem Schlüssel zur Anzahl der jeweiligen Bevölkerung erfolgt.
1.    Große Unterkünfte sorgen oft für Konflikte und Ablehnung bei den AnwohnerInnen, sowie Frust und Aggressionen bei den Untergebrachten.  Dies erst recht, wenn dies mit so vielen Müttern und Kindern in einer Sporthalle erfolgen soll, ohne Privatsphäre.  Dann bleibt nur der Außenbereich zum Aufenthalt.
2.    Für die Anwohner in einem bisher ruhigen Wohnviertel führt dies durchaus zu einer Belastung.
3.    Die Sporttreibenden haben das Nachsehen
4.   Im Ergebnis  führt das dann soweit, dass sich der Anteil der rechtsextremen WählerInnen in Bereichen von solchen Unterkünften deutlich  erhöht.
 Dies wollen wir „für Malente“ nicht weil:
–    Je dezentraler die Unterbringungsart desto besser funktioniert die Integration.
–     Es gibt keine Evidenz dafür, dass eine große Einrichtung kostengünstiger ist als mehrere Kleine (Sachverständigenrat für Integration und Migration). Wenn wir jetzt noch die beiden Hausmeisterstellen mit einbeziehen und den für nötig gehaltenen Sicherheitsdienst, wird dies noch deutlicher;
–     Dezentrale Unterkünfte fördern eine wünschenswerte integrative Eigeninitiative für Wege und das tägliche Tun.
–    Bei kleineren Unterkünften ist die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlerinnen   größer.
Wir würden uns wünschen, dass die Gemeinde z.B Wohnungen und Häuser in den Dorfschaften anmietet oder kauft und dort insbesondere Familien und Frauen mit Kindern unterbringt. Dies entschärft die Situation und ist auch nachhaltiger. Eine sinnvolle Nachnutzung ist hier möglich. Zusätzliche Hausmeister wie Sicherheitsdienste sind hier nicht nötig.
 Flüchtlinge denen es möglich war 3000 Kilometer zu Fuß und über das Wasser zu überwinden ist es durchaus zuzumuten sich in den Zentralort für administrative oder integrative Maßnahmen zu bewegen! Wenn man die Flüchtlinge fragen würde Turnhalle oder Wohnung ist völlig klar wie sie sich entscheiden würden.
„für Malente“